Blutegeltherapie

 Seit über 3000 Jahren nutzen Menschen die Blutegel zu Heilzwecken. Aktuelle Forschungen belegen, dass das Sekret, welches der Egel während des Saugvorgangs abgibt, wertvolle Substanzen enthält: Hirudin, Calin, Egline, Bdelline, Hyaluronidase und andere. Diese wirken gerinnungshemmend, gefäßerweiternd, entzündungshemmend und schmerzstillend. Die anschließende Nachblutung, die bis zu 12 Stunden andauert, reinigt die Wunde und wirkt als sanfter Aderlass, der die Blutproduktion im Knochenmark anregt.

 

Am Pferd finden die Egel besonders oft Einsatz bei

  • Hufrehe
  • Hufrollenentzündung
  • Arthrose
  • Kissing Spines
  • Verletzungen der Sehnen und Bänder
  • Gallen
  • Sommerekzem
  • Wundheilungsstörungen
  • Phlegmone (Einschuss)
  • Schmerzgeschehen

Nebenwirkungen sind selten. Es besteht grundsätzlich die Möglichkeit der allergischen Reaktion und Wundinfektion. Meiden sollte Sie die Blutegelbehandlung, wenn Ihr Pferd unter Anämie, einem schwachen Immunsystem, Fieber oder Gerinnungsstörung leidet.

 

Eine Therapie mit Egeln kann 2 Stunden in Anspruch nehmen. Zu Beginn wird in der Regel die zu entsprechende Hautstelle rasiert, die Egel werden angesetzt, beißen und beginnen den Saugvorgang. Erst wenn sie den Saugvorgang abgeschlossen und sich fallengelassen haben, ist die Behandlung abgeschlossen. Achten Sie bitte dem Pferd zuliebe auf ein ruhiges Umfeld.

Blutegel sind recht sensible und wählerische Tiere. Damit die Egel beißen, muss das Pferdefell frei von Duftstoffen und Desinfektionsmitteln sein. Auch sollte das Pferd in der Woche zuvor nicht mit "intensiven" Futtermitteln gefüttert werden: Ingwer, Knoblauch, hohem Anteil ätherischer Öle.